Was ist Schlafapnoe?

Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine der häufigsten und folgenschwersten Schlafstörungen. In Deutschland leiden schätzungsweise mehr als 8 % der Bevölkerung an dieser Erkrankung und damit auch an ihren Folgen – aber die meisten leiden, ohne die Ursache zu wissen. Die Schlafapnoe ist die häufigste schlafbezogene Atemstörung und ähnlich weit verbreitet, wie die chronische Bronchitis oder wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Von über 6 Millionen Betroffenen sind weniger als 5 % diagnostiziert und in therapeutischer Behandlung!

Hier erhalten Sie leichtverständliche Informationen zu folgenden Themen


Problem Schnarchen

Ist Schnarchen eine Krankheit?

Schnarchen ist zunächst eine Belästigung und Beeinträchtigung für die nächsten Mitmenschen und den Schnarcher selbst. Gefährlich wird es dann, wenn man vom Schnarcher / von der Schnarcherin bisweilen nichts mehr hört, denn: Es wird still, weil der Atem aussetzt !

 

Die Schlafapnoe macht sich "bemerkbar" !
Nicht alle Schnarcher leiden unter Schlafapnoe, sicherlich aber alle starken Dauer-Schnarcher.

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Definition und Wirkung von Schlafapnoe

Schlafapnoe ist eine Schlaf-Bezogene-Atmungs-Störung (SBAS) und gehört zu den chronischen Schlafstörungen. Bisher wurden nach der Internationalen Klassifikation der Schlafstörungen (ICSD) 88 verschiedene chronische Schlafstörungen festgestellt. Das Schlafapnoe-Syndrom. - also die „Schlafapnoe“ - stellt hierbei den größten Anteil. Apnoia - so nannten schon die alten Griechen die Windstille oder Flaute. Heute bezeichnet man die Atemstillstände als das Schlafapnoe- Syndrom (SAS).
Diese Atemstillstände wurden bisher bis zu 600 mal in einer Nacht aufgezeichnet.
Bei den Atemstillständen sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut. Das heißt, das Gehirn und alle anderen Organe werden nicht mehr ausreichend mit lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt. Bei einer wesentlichen Absenkung des Sauersoffpegels bemerkt das Gehirn den akuten Notstand und veranlasst jeweils eine Weckreaktion, die vom Betroffenen in den allermeisten Fällen im Schlaf gar nicht bemerkt wird.


Schlafarchitektur bzw. Schlafphasen:


Gesunder Schlaf


Krankmachender Schlaf

Der Schlaf ist bei jedem Menschen individuell durch das zyklenartige Durchlaufen der verschiedenen Schlafphasen gekennzeichnet. Nach bisherigen Erkenntnissen sollten in der ersten Nachthälfte diese Zyklen einen großen Anteil an Tiefschlaf, aber nur kurze REM-Phasen aufweisen.
Diese längeren Tiefschlafphasen nehmen im weiteren Verlauf ab und der Schlaf wird dann leichter, wobei aber die Länge der REM-Phasen (d.h. der "Traum-Phasen") zunimmt. Der Leichtschlaf nimmt den größten Anteil an der Gesamtschlafzeit ein.
Ausreichender Tiefschlaf ist für die körperliche und geistige Erholung notwendig und wichtig. Da nicht nur die Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität ( normaler Ablauf der richtigen Schlafanteile bzw. der Schlaf-Phasen) für den Betroffenen wichtig ist, führt also eine gestörte Schlafarchitektur zu langfristig schweren gesundheitlichen Problemen.

Die oben genannte Weckreaktion greift in die Schlafarchitektur ein und hebt den Schlaf kurzzeitig auf eine flachere Ebene an. Der Tiefschlaf kommt dadurch zu kurz. Man spricht von einem Schlaffragment.
Nur bei einem nicht unterbrochenem Schlaf kann man sich erholen. Durch die Weckreaktion erfolgt wieder eine höhere Spannung der Muskeln.

Die Weckreaktionen (Arousals) sind also ein notwendiges Übel, denn sie bewahren den Menschen vor dem Erstickungstot. Ein erholsamer Schlaf wird jedoch dadurch verhindert, die notwendige Schlafarchitektur wird zerstört, der Patient ist am Morgen müde, als hätte er die ganze Nacht Schwerstarbeit geleistet – unser Körper hat es auch, aber meist von uns selbst unbemerkt !

Schlafapnoe ist also charakterisiert durch Atemstillstände während des Schlafs, d.h. ein Aussetzen (Sistieren) der Atmung im Schlafverlauf. Für den Mediziner ist die Schlafapnoe als eine Störung der normalen Atemregulation definiert. Nun treten auch bei jeden gesunden Menschen normalerweise diese Atemstillstände oder Apnoephasen in geringem Umfang auf. Man geht in der medizinischen Beurteilung allgemein davon aus, dass bis zu zehn Atempausen pro Stunde als normal anzusehen sind, die jeweils nicht länger als 10 Sekunden dauern sollten. Diese Situationen treten vor allem während des Einschlafens und/oder im REM-Schlaf („Rapid Eye Movement“) auf und sind hier nicht relevant.

Zusammenfassung:

Bei der Schlafapnoe kommt es also im Schlaf vorübergehend zum totalen Ausfall der Atmung, durch die obstruktive Apnoe d.h. obwohl die Lunge weiter arbeitet, kann die Atmungsluft wegen des Kollapses des Schlundes nicht in diese strömen oder / und zentrale Apnoe wegen Fehlsteuerung im Schlafzentrum des Gehirnes durch den deshalb fehlenden Atemantrieb nicht mehr ausgetauscht werden.

Fragen Sie sich selbst:
Wie schlafe ich?
Kann ich tief und ruhig schlafen?
Wache ich erholt und frisch auf?
Starte ich gestärkt in den neuen Tag?

Dies erscheint letztendlich wie eine Atempause, wird vom Schläfer selbst nicht bemerkt und führt zu gefährlichem Sauerstoffmangel mit Folgeerkrankungen (siehe unten). Die Mischform aus obstruktiver und zentraler Apnoe, diese liegt in der Praxis meist vor. Solche Atemaussetzer können bis zu 600 Mal und mehr pro Nachtauftreten, der Luftfluss ist kleiner als 10% der normalen Amplitude.


Formen der Schlafapnoe

Wir unterscheiden drei Formen von Schlafapnoe:
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (SAS)
Zentrales Schlafapnoe-Syndrom
Gemischtförmige Schlafanoe

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (SAS)

Das ist die häufigste Form von Schlafapnoe. Sie bezieht sich meist auf die Schnarcher. Während des Schlafes entspannen sich Zungengrund und die gesamte Schlundmuskulatur. Das Schnarchgeräusch entsteht bei eingeengten Rachenhintergrund durch hohe Luftgeschwindigkeit, wodurch die Weichteile im Rachenraum beim Ein- und Ausatmen in Schwingungen geraten.


Bei weiterer Abnahme des Muskeltionus rutscht die Zunge ggf. tiefer in den Rachenraum, die verbleibende Rachenöffnung wird immer kleiner, bis sie sich ganz schließt - der Patient droht zu ersticken. Damit setzt das Schnarchen aus und die Schlafapnoe (der Atemstillstand) beginnt. Nach der oben schon beschriebenen Weckreaktion erfolgt eine Erhöhung der Muskelspannung, der Atemweg öffnet sich und die Atmung kann wieder einsetzen. Die Abfolge dieser Ereignisse ist durch den Schweregrad der Erkrankung bestimmt.

Zentrales Schlafapnoe-Syndrom

Bei der zentralen Schlafapnoe als weitere Form liegt eine Fehlsteuerung im Schlafzentrum des Gehirns vor, wodurch der Atemantrieb ausfällt, d.h. die Atempumpe (Zwerchfell und Lunge) arbeitet nicht mehr. Hier ist es also die ausbleibende Steuerung vom Gehirn, die den Atemstillstand verursacht. Das Gehirn „vergisst“ praktisch während des Schlafens die Atmung aufrechtzuerhalten. Schnarchen spielt hierbei nicht direkt eine Rolle. Die zentrale Schlafapnoe nimmt einen weitaus geringeren Anteil am Gesamtumfang ein.

Gemischtförmige Schlafanoe)

Dies ist die Kombination von obstruktiver und zentraler Apnoe-Form. Diese Mischung ist in der Realität oft in verschiedener Ausprägung und Anteilen von obstruktiver und zentraler Schlafapnoe anzutreffen. Der Lauf zur Sauerstoffuntersättigung und der folgenen Weckreaktion ist bei allen drei Formen der Schlafapnoe immer der Gleiche.


Wie muss man nun diese Krankheit einschätzen?

Gefährdungspotenzial

Unter Schlafapnoe können sowohl Männer, Frauen als auch Kinder jeden Alters leiden. Schlafapnoe wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen als eine Schlüsselkrankheit eingestuft, die Ursache für viele weitere schwere Erkrankungen ist und unbehandelt die Lebenserwartung wesentlich verkürzt, im Durchschnitt innerhalb von 9 Jahren um 50 %. Problematisch ist, dass in vielen Fällen Schlafapnoe erst beim Vorliegen von schweren Folgeerkrankungen bemerkt und diagnostiziert wird.
Die Praxis zeigt, dass der Bettnachbar zu allererst auf das Vorliegen einer Schlafapnoe hinweist wegen der quälenden und störenden Schnarchgeräusche und den immer wieder auftretenden Atemaussetzern. Absolut wichtig ist, die Erkrankung an Schlafapnoe rechtzeitig zu erkennen, denn nach erfolgter Diagnose ist diese Krankheit gut therapierbar.
In der Folge können bei rechtzeitiger Diagnose und richtiger Therapie Folgeerkrankungen und lebensbedrohende Folgeschäden verhindert werden. Bereits bestehende Beschwerden – auch wenn sie meist nicht typisch erscheinen - lassen sich mindern, aber versäumte Zeit in der Erkennung ist unwiederbringlich verloren. Dies ist umso kritischer, je länger die Erkennung und der Therapiebeginn der Erkrankung gedauert hat..

Täglich sterben im Schlaf viele Menschen – aus Gründen, die direkt mit Schlafapnoe in Beziehung stehen. So wird u.a. auch der plötzliche Kindstod teilweise mit Schlafapnoe in Verbindung gebracht.
Der durch die Atemstillstände verursachte Sauerstoffmangel im Körper führt zu einer starken Belasung von Herz und Kreislauf. Die Folge sind Bluthochdruck, Herzschwäche, Herzinfarkt und andere Herz- Kreislauferkrankungen.

Ca. 60 % der Schlaganfälle sind auf unbehandelte Schlafapnoe zurückzuführen. Über zwei Drittel aller von Schlafapnoe betroffenen leiden unter Bluthochdruck und umgekehrt hat ca. ein Drittel aller Bluthochdruckpatienten eine Schlafapnoe.
Darüber hinaus werden u. a. auch Diabetes, Depressionen, Lungeninsuffizienz und Nierenversagen sowie Impotenz, Libidoverlust und Übergewicht mit Schlafapnoe in Verbindung gebracht bzw. sind hier Zusammenhänge mittlerweile eindeutig bewiesen. So ist auch erwiesen, dass gerade Diabetes und Schlafapnoe eine besonders riskante Mischung ergeben. Beide Erkrankungen potenzieren die Risikofaktoren für Schlaganfall, Bluthochdruck und Herzinfarkt besonders.

Schlafapnoe steigert das Risiko für die Erkrankung an Diabetes, da eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen bei den Atemstillständen die Insulinwirkung zusätzlich hemmt. Hier kommt wieder die Wirkung unbehandelter Schlafapnoe als Schlüsselkrankheit eindeutig zum Ausdruck.
Der sogenannte „Sekundenschlaf“ ist nach Alkohol zweithäufigste Ursache für Verkehrsunfälle durch exzessive Tagesschläfrigkeit, in vielen Fällen verursacht durch Schlafapnoe. Betroffene von Schlafapnoe sind oft auch psychisch belastet, ihre Persönlichkeitsstruktur verändert sich, Aggresivität nimmt zu und Probleme in Beruf und Familie sind leider keine Seltenheit.
Eine diagnostizierte Schlafapnoe ist gut und sehr nebenwirkungsarm behandelbar !

Die in diesem Abschnitt genannten Erkrankungen und Erscheinungen können entsprechend des Schweregrades und der unbehandelten Zeitdauer einer vorliegenden Schlafapnoe unterschiedlich auftreten.
Unsere Meinung dazu: Verschenken Sie nicht Ihre wertvolle Gesundheit und Lebenszeit - eine einfache Untersuchung durch den Facharzt bei vorliegenden Merkmalen schafft Ihnen Gewissheit und ist der erste Schritt zu mehr Lebensqualität und einem längeren Leben.


Die auffälligsten Merkmale der Schlafapnoe

auffällige Merkmale der Schlafapnoe  
lautes, unregelmässiges Schnarchen mit plötzlichen Unterbrechungen
verstärkte Tagesmüdigkeit mit starker Einschlafneigung, Sekundenschlaf
morgendlicher Kopfschmerz oder Kopfdruck
häufiges Aufwachen
Nachtschweiss
psychische Veränderungen
Vergesslichkeit
Libidoverlust, sexuelle Lustlosigkeit
morgendlich hoher Blutdruck, der sich tagsüber nomalisiert
häufiges nächtliches Wasserlassen
stark zerwühltes Bett
unruhiger Schlaf
ungewohnte Gereiztheit, aggresives Verhalten Wann geschlafen werden sollte, das bestimmt unsere innere Uhr.
Wir schlafen, um uns zu erholen, zu regenerieren,
neue Kräfte zu schöpfen und Energien aufzutanken, also um den Alltag mit seinen verschiedenen Anforderungen und Aufgaben aktiv und kreativ gestalten zu können.
Dies wird von der Erkrankung Schlafapnoe negativ beeinflusst und gestört.
nach dem Aufstehen am Morgen Erschöpfungszustände
Konzentrationsschwäche
Bettnässen und nervöse Aufmerksamkeitsstörung bei Kindern
depressive Stimmungen und bedrückende Träume
ungewohnte Leistungsschwäche und -einschränkung