Anforderungen an Therapiegeräte

Geräteanforderungen

Nachfolgend werden Geräteanforderungen beschrieben, die für die Therapie - also aus der Sicht des medizinischen Nutzens und für die Compliance wesentliche Bedeutung besitzen. Ergänzend gibt es noch Forderungen an Therapiegeräte, die für die Nutzer bezüglich Bedienung, Größe, Gewicht und Zubehör wichtig sind, aber für die Therapie eine untergeordnetere Rolle spielen.

 


 

Therapiedruck

Druckstabilität ist ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal eines CPAP-Therapiegerätes. Die Druckstabilität kennzeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch den Wert, den ein Gerät durch seine technische Auslegung besitzt und der Belastung durch den Nutzer bei Ein- und Ausatmung entgegensetzen kann. Zwischen Druckstabilität und Druckvarianz (Druckabweichung) ist zu unterscheiden, da die Druckvarianz durch den Patient mit seiner Atmung (Atemflow) beeinflusst wird. Die Forderung des Nutzers in diesem Sinne ist eine gute Druckstabilität des Therapiegerätes, unabhängig von Belastungen durch Ein- und Ausatmen und weiteren Änderungen der Atemtechnik, wie u.a. Schnapp- oder Stossatmung, d. h . den Änderungen, die der Betroffene im Schlaf unbewusst bei der Atmung produziert. Der Druck des CPAP-Gerätes - so wie er im Schlaflabor eingestellt wird - muß also trotz wechselnder Belastung durch den Nutzer stabil gehalten werden, die Druckvarianz gering bleiben. Nur so ist die Belastung des Organismus gering zu gestalten und das Therapieziel auch mit möglichst niedrigen Druckwerten zu erreichen. Dem Betroffenen sollte seine Druckeinstellung im Schlaflabor bekannt sein, der Druck wird zumeist in hPa (hekto-Pascal) angegeben.

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Atemluftleistung

Das durchschnittliche Atemluftvolumen, also die eingeatmete Luft eines Erwachsenen beträgt ca. 6 bis 8 Liter pro Minute. Spricht man dagegen vom Atemflow, dann meint man den Atemluftstrom, der pro Sekunde erreicht wird (gemessen in Liter pro Sekunde). Er kann bei heftiger und tiefer Atmung (z. Bsp. Leistungssportler) bis 10 l/s erreichen. Dies sind also unterschiedliche Begriffe. Eine schnelle Atmung nach leichter Anstrengung, etwa nach einem kurzen Treppensteigen kann den Flow je nach Bedingung schon auf 2 l/s bringen. Die Atemfrequenz, d.h. die Anzahl der Atemzüge pro Minute, ist je nach Belastung, Alter usw. abhängig. Man ist einfach "ausser Atem" gekommen. Gleiches gilt im Schlaf, so können sich im Anschluss an eine Apnoe sowohl Atemfrequenz als auch Atemtiefe erheblich erhöhen. Denken Sie hierbei an Schnapp- oder Stossatmung, also wenn die Atmung durch eine gerade aufgetretene Apnoe unterbrochen war und schnell ausgeglichen werden soll . Auch der Schnarchlaut ist ein Ergebnis dessen. Ein CPAP-Therapiegerät muss also auch ganz besonders in einer solchen Atemsituation eine ausreichende Luftmenge liefern können, ohne dass dabei der Therapiedruck stark einbricht, also sinkt. Es muss daher auch bezüglich der Luftliterleistung sehr leistungsfähig sein.

 

 

Atemluftfilterung

Die Luftfilterung soll den Benutzer zunächst vor Stäuben, Verunreinigungen und irgend welchen Partikel schützen, wie sie normalerweise in der Atemluft vorkommen. Sie ist aber auch notwendig, um die Verunreinigung und Kontaminierung der Therapiegeräte selbst zu begrenzen. Bei einem CPAP-Therapiegerät befindet sich der Luftfilter im Ansaugluftweg, also vor dem Gebläse (meist eigentlich fälschlich als Turbine bezeichnet). Gerade für Allergiker mit häufiger Hausstaub- oder Pollenallergie ist ein feinporiger Atemluftfilter von besonderer Bedeutung. Da Filter die Leistung natürlich beeinträchtigen, besitzen Geräte mit sehr dynamischen Gebläsen die wirksamsten Filter. Diese Geräte können den Filterwiderstand sehr wirksam durch Druckregelung eliminieren. Die Auslegung des Filters, seine flächenmäßige Größe, Filterqualität (Mehrlagigkeit) und Feinporigkeit werden somit letztlich ein Kriterium für die Qualität des Therapiegerätes selbst. Besonders ist bei der Nutzung von CPAP-Therapiegeräten der vorgeschriebene und rechtzeitige Filterwechsel zu beachten. Ein Hinweis über das Display des Gerätes auf einen notwendigen Filterwechsel gehört zum heutigen normalen Standard. Beachten Sie aber bitte, dass die Häufigkeit des notwendigen Filterwechsel von den bei Ihnen herrschenden Umgebungsbedingungen, wie Pollen-, Staub- und Feinstaubbelastung u.a. abhängt. Die Hinweise der Therapiegeräte zum Zeitpunkt des Filterwechsels sind also nur eine Mindestforderung.

 

 

Atemlufterwärmung

Wenn die Therapieluft durch die Eigenerwärmung der Therapiegeräte erwärmt ist, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Das bedeutet, dass durch die Atemluft den Schleimhäuten in den Atemwegen bei Temperaturerhöhung mehr Feuchtigkeit entzogen wird, was zu Reizungen und Autrocknung führen kann. Der Atemluftbefeuchter muß mindestens die Wassermenge ausgleichen, die durch die (unnötige) Lufterwärmung im Therapiegerät entzogen wurde. Ein Therapiegerät darf demzufolge nur eine möglichst geringe Atemlufterwärmung verursachen, da dies zu weiteren Problemen führen kann. Die Atemlufterwärmung an der Patientenschnittstelle (Lufteintritt an der Maske) sollte daher nicht mehr als 3° C die Raumtemperatur überschreiten. Wird nachträglich ein Atemluftbefeuchter verordnet, dann kann je nach Bauart des Befeuchters eine Therapiedruckerhöhung von 0,5 bis 1,0 hPa erforderlich werden. Bei bereits vorliegenden trockenen oder gereizten Schleimhäuten ist auch der Einsatz eines Atemluftbefeuchters angezeigt, der das Defzit an Befeuchtung der Atemwege durch den Luftstrom ausgleichen kann. In jeden Fall ist bei einer Nachverordnung eines Atemluftversorgers ein erneuter Schlaflaborbesuch zur Optimierung des Therapiedruckes erforderlich.

 

Lautstärke und Gewicht

Die Lautstärke des Therapiegerätes sollte naturgemäß niedrig liegen, da es ja den eigenen Schlaf und den des Bettnachbarn stören würde. Ein hoher Geräuschpegel des Therapiegerätes wird oft genau so störend befunden wie das Geräusch des bisher weitaus lauteren und lästigen Schnarchens. Die meisten unserer heutigen Therapiegeräte laufen flüsterleise und oft verursacht das Ausatemventil der Maske oder Maskenundichtheiten (Leckagen) einen größeren Lärmpegel. Über den von der WHO festgelegten zulässigen Richtwert von < 30 dB(A) brauchen wir heute nicht mehr zu reden. Von Bedeutung hat sich in der Praxis herausgestellt, dass auch der über den Atemschlauch abgestrahlte Schallanteil - und im Frequenzspektrum zu beurteilende - Schallpegel, für den Nutzer eine störende Schallquelle darstellen kann. Diese Schallquelle ist oft störender, da sie direkt über die Atemmaske übertragen wird. Das Gewicht des Atemtherapiegerätes sollte für den Betroffenen eigentlich kein besonders relevantes Qualitätsmerkmal darstellen - es hat keinen direkten Einfluss auf die notwendige Therapiequalität. Natürlich ist es für den Transport des Gerätes, vor allem bei Reisen ein Kriterium. Bedenkenswert ist aber, dass ein höheres Gewicht auch für mehr Standsicherheit sorgt.

 

Steuerung der Atemluftbereitstellung

Die Steuerung der Atemluftbereitstellung über ein Therapiegerät ist nicht unproblematisch, da ja hier ein Organismus mit Atemluft versorgt werden muss, der seine eigenen physiologischen Gegebenheiten besitzt.

Diese Anforderungen sind natürlich personenbezogen und von vielen komplizierten Bedingungen und Vorgängen abhängig. Jeder Mensch ist eben eine Persönlichkeit für sich, es gilt also geeignete Steuerungsmöglichkeiten zu finden, die objektiv sind und verallgemeinert werden können. Gleichzeitig muss dies technisch sicher und wirtschaftlich realisiert werden können - eine wahre Herausforderung an die Gerätehersteller.

Es sollten alle physiologischen Anforderungen abgedeckt werden können, wobei die Therapie aus "medizinisch-technischer" Sicht anforderungsgemäß und schonend für den Organismus erfolgen sollte. Dies erfordert eine "überdisziplinäre" Zusammenarbeit von Technikern, Medizinern, Wissenschaftlern und nicht zuletzt auch den Anwendern, d.h. den Betroffenen.

Es ist klar, hier ist eine ständige Weiterentwicklung erforderlich , die konsequent zu einer Verbesserung der Therapie führen muss. Sie werden im Verlauf dieser Darlegungen erkennen können, daß hier über die Gerätegruppen eine Anpassung an die unterschiedlichen Therapieerfordernisse angestrebt wird. Es ist zu beachten, jede Gerätegruppe besitzt ihre speziellen therapeutischen Anwendungsgebiete, also keine Gerätegruppe nun generell die beste für alle Anwendungen darstellt. Jeder Schlafapnoiker braucht das für ihn persönlich passende Gerät. Es sei auch daran erinnert, das die Auswahl der Gerätegruppe dem behandelnden Arzt obliegt, dem allerdings hier eine besonders hohe Verantwortung zukommt, zumal er sich hier mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Gerätegruppen auskennen sollte, um therapiegerecht zu behandeln.

Hier ist auch zu beachten, Atemtherapiegeräte sind aufgrund ihrer Leistungsunterschiede grundsätzlich nicht untereinander austauschbar , wenn keine erneute Einstellung im Schlaflabor erfolgt.